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Teutoburger-Wald-Verein e. V.

Geschichte

Auf unserer Startseite haben Sie erfahren, dass der Ort Dornberg eine lange Geschichte hat. Fangen wir mit seinem Namen an. In früheren Zeiten wurde der Name auch als Thornbergon oder Thornberg geschrieben und ist auf den Namen des germanischen Gottes Thor zurückzuführen. Dornberg bedeutet soviel wie "Berg des Thor". In der Vita Waltgeri (Lebensbeschreibung des Waltger von Dornberg) wird berichtet, dass sich Adolf der Großvater des berühmten Waldger von Dornberg, in der ersten Hälfte des achten Jahrhunderts christlich taufen ließ. Widukind wurde 50. Jahre später getauft.

Die Peterskirche in Kirchdornberg ist Ende des achten Jahrhunderts erstmals errichtet worden. Möglicherweise auf einer alten Kultstätte der Germanen. Vieles deutet darauf, das in Dornberg vor der Christianisierung germanische Kultstätten lagen. Die Namen Gottesberg, Hof Meyer zu Gottesberg und Am Tie sind auf diese Stätten zurückzuführen.

Der erwähnte Waltger von Dornberg ist auch der Begründer des Stiftes Herford. (820 Jh.) Da er ledig und ohne Nachkommen war, vermachte er diesem ersten Frauenkloster in Sachsen seinen ganzen Dornberger Besitz.

Die Petrikirche, errichtet im Jahre 780, ist die älteste im Ravensberger Land. Der heute noch erhaltene Wehrturm und das Untergeschoß sind romanisch und stammen aus dem 11. Jh. (siehe Foto auf der Startseite).

Zum Kirchspiel Dornberg gehörte auch bis 1334 Steinhagen auf der anderen Seite des Teutoburger Kammes.

Ein anderes Kapitel in der Geschichte Dornbergs ist der Kohleabbau. Nahezu 500 Jahre hatte man Steinkohle in Dornberg abgebaut. Zunächst begnügte man sich mit kleinen Mengen für den Eigenbedarf. Die Kohle wurde im Tagebau gewonnen. Später drang man, folgend der Flöze immer tiefer in den Berg hinein.

Schließlich ging man dazu über fachmännisch Schächte mit großen Aufwand anzulegen. 1,5 km von der Dornberger Kirche entfernt befand sich die Zeche Friedrich-Wilhelm Glück, die Größte im Ravensberger Land. Doch nach der Errichtung der Köln-Mindener Eisenbahn konnte die hier gewonnene Kohle mit der Kohle aus dem Ruhrgebiet nicht konkurrieren. Endgültig ist die Kohleförderung in Dornberg 1918 eingestellt worden.

In Dornberg ist nicht nur Kohle gefördert worden. Als Haupteinnahmequelle war und blieb die Landwirtschaft, nebenbei wurde gesponnen, gewebt und Zigarren gedreht. Um die Jahrhundertwende 1899/1900 wurden in Heimarbeit monatlich mehr als 200 000 Stück Zigarren hergestellt.

Dornberg hat in allen Entwicklungsphasen über Jahrhunderte seinen ländlichen Charme erhalten. Vom Teutoburger Wald herab rinnen und plätschern von alters her zahlreiche Bäche wie der Johannisbach, Paderbach, Twellbach, Krebsbach, Zechenbach, Klosterbach und Hasbach. Erst seit einigen Jahrzehnten ist das Klappern der Mühlen an diesen Bächen verstummt.

Literatur: Handbuch der Historischen Städte Deutschland, Nordrhein Westfalen

E. Jörding Minden Ravensberger 2000

E. Jörding Minden Ravensberger 2001

E.Jörding Historische Wanderungen in Dornberg